Greven - Helmut K. ist sauer. Er glaubt, dass ihn das Wasser, das bei ihm zu Hause aus dem Hahn kommt, krank macht. „Eine posttraumatische Belastungsstörung“ habe er erlitten, als er von den hohen Nitratwerten in seinem Wasser erfuhr - und inzwischen Alpträume. Er möchte Genugtuung, sei es als Schmerzensgeld von seinem Vermieter, sei es als Mietminderung.
Seit acht Jahren lebt der 59-Jährige in einer Grevener Bauerschaft zur Miete. Vermieter ist der Landwirt gleich nebenan. „Zur Ruhe“, erzählt der „Projektleiter und Lebenskünstler“, habe er dort kommen wollen, „mit dem Laptop unter den Bäumen sitzen und Bücher schreiben“. Diese Ruhe sieht er seit diesem Frühjahr gestört, seit jenem Tag, da er für ein neues Aquarium sein Leitungswasser bei einem Baumarkt testen ließ. „Vergiftet“, berichtet er, habe man ihm dort gesagt, sei das Wasser, das er und seine Lebensgefährtin aus einem Brunnen beziehen - wie auf dem Land nicht unüblich.