Unterirdischer Zoo in Osnabrück eröffnet - Einblicke unter die Erde

Nacktmulle (Heterocephalus glaber) tummeln sich in einem Höhlensystem im neuen unterirdischen Zoobereich im Osnabrücker Zoo.
Nacktmulle (Heterocephalus glaber) tummeln sich in einem Höhlensystem im neuen unterirdischen Zoobereich im Osnabrücker Zoo.
(Foto: dpa)


Osnabrück - Das Erdreich unter unseren Füßen ist voll mit Leben: Maulwürfe graben Gänge, Feldhamster verstecken ihre Vorräte in Höhlen und Wanderraten ziehen in Nestern den Nachwuchs auf. Einen Einblick in diese sonst verborgene Tierwelt gewährt jetzt eine neue Anlage im Osnabrücker Zoo, die Oberbürgermeister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch nach mehr als einem Jahr Bauzeit eröffnete.

Das 500 Quadratmeter große und 1,2 Million Euro teure Stollenlabyrinth soll bis Ende des Jahres zwölf verschiedene Tierarten beherbergen, darunter Präriehunde, Feldmäuse und Regenwürmer. „Zu sehen sind aber auch kuriose Tiere wie der Nacktmull und der Riesengraumull, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt“, sagte Tierpfleger Oliver Schüler.


Schummrig beleuchtete Tunnel auf einer Länge von 120 Metern führen die Besucher durch die Welt unter der Erde. Hinter Glasscheiben können sie die Tiere beim Schlafen, Futtern und Graben wie in freier Natur beobachten. „Wir hoffen, später den Besuchern auch die Jungtieraufzucht zeigen zu können“, sagte Schüler. Sobald die Temperaturen draußen etwas steigen, sollen Erdhummeln, Maulwurfs- und Höhlengrillen zu der Tierschar im Erdreich stoßen. Ende des Jahres werden außerdem noch einige Maulwürfe dazukommen.


Ein Feldhamster (Cricetus cricetus) läuft durch ein Höhlensystem im neuen unterirdischen Zoobereich im Osnabrücker Zoo.
Ein Feldhamster (Cricetus cricetus) läuft durch ein Höhlensystem im neuen unterirdischen Zoobereich im Osnabrücker Zoo.
(Foto: dpa)


An Computern, Hörstationen und Schautafeln können sich Erwachsene und Kinder über Herkunft und Lebensweise der einzelnen Tiere informieren. Dort erfahren sie zum Beispiel, wieso der Nacktmull ohne Fell besser dran ist. „Dadurch kann er vorwärts und rückwärts gleich schnell laufen, weil ihn keine Haare bremsen“, erklärte Schüler. „Das ist in engen Tunneln ein Vorteil.“ Auch der Körper des Riesengraumulls sei ideal an das Leben unter der Erde angepasst. „Er hat zwei riesige Nagezähne, die er als Baggerschaufeln einsetzt, um Steine aus dem Weg zu räumen.“

Noch ausführlichere Informationen erhalten die Besucher im Naturkundemuseum neben dem Zoo. Über eine unterirdische Brücke können sie direkt von der Anlage in die Unterwelten-Ausstellung des Museums am Schölerberg spazieren. Diese Zusammenarbeit ist nach Angaben des Zoos deutschlandweit einzigartig. Die Initiative „Deutschland - Land der Ideen“ nahm den unterirdischen Zoo aus diesem Grund auch im neuen Reiseführer „365 Orte - Eine Reise zu den besten Ideen Deutschlands“ auf.


25 · 03 · 09




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