Münster - „Mit Belästigungen muss gerechnet werden“, steht mahnend auf einem Schild über dem Gang, der zum Magazin des Wolfgang-Borchert-Theaters führt. Gewiss, der Kauz, der die 40 Zuschauer zu Tisch bittet, ist ein bisschen laut und streift schon mal mit dem Finger an ihrer Oberbekleidung entlang. Davon abgesehen jedoch ist dieser Tom ganz liebenswert - vor allem, wenn er mit dem großen Suppentopf anrückt.
Nein, es ist keine normale Theaterpremiere, zu der das Theater am Stadthafen gebeten hat: Es ist alles ein bisschen verrückt. Wie eben auch der von Florian Bender verkörperte Tom, der zum Tag der offenen Tür in „seine“ Anstalt einlädt und dem Publikum, das auf kleinen Hockern an großen Holztischen Platz genommen hat, hübsche Blechteller kredenzt. Und wenn er dann, während er schier unaufhörlich labert, von Tisch zu Tisch tänzelt und aus dem Suppentopf Kelle für Kelle serviert, staunen die Besucher nicht schlecht: Es gibt herrlich heiße Buchstabensuppe!